Das Projekt emPOWER entwickelt niederschwellige Informations- und Kommunikationslösungen, die Haushalten und Mitgliedern von Energiegemeinschaften dabei helfen, ihren Stromverbrauch stärker an der lokalen Verfügbarkeit erneuerbarer Energie auszurichten. Ziel ist es, Stromverbrauch zeitlich besser an erneuerbare Überschüsse anzupassen und dadurch die Nutzung lokal erzeugter Energie effizienter, wirtschaftlicher und alltagstauglicher zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen verständliche Schnittstellen und intelligente Empfehlungslogiken, die Nutzer auf einfache Weise zeigen, wann Stromverbrauch besonders sinnvoll ist.
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien verändern sich die Anforderungen an das Stromsystem. Da Energie aus Sonne und Wind nicht jederzeit gleich verfügbar ist, wird es zunehmend wichtig, Stromverbrauch flexibel an lokale Erzeugungssituationen anzupassen. Vielen Menschen fehlen jedoch einfache und verständliche Informationen darüber, wann erneuerbarer Strom aktuell besonders gut verfügbar ist.
emPOWER adressiert diese Herausforderung durch die Entwicklung intuitiver Informationsschnittstellen für Haushalte und Energiegemeinschaften. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung des sogenannten eTimers – einer hardwarebasierten Schnittstelle in Form einer Uhr, die empfohlene Stromverbrauchszeiten direkt im Alltag visualisiert. Ergänzend wird eine webbasierte Lösung entwickelt, die auch in bestehende Plattformen von Energiegemeinschaften integriert werden kann.
Zusätzlich entwickelt das Projekt eine intelligente Empfehlungslogik, die auf Basis von Smart-Meter-Daten, Erzeugungsdaten und Wetterprognosen geeignete Zeitfenster für die Nutzung lokal erzeugter Energie identifiziert. Ziel ist es, erneuerbare Überschüsse besser zu nutzen, Lastspitzen zu reduzieren und wirtschaftliche Vorteile innerhalb von Energiegemeinschaften zu schaffen.
Das Projekt verbindet technische Entwicklung mit sozialwissenschaftlicher Forschung und partizipativer Gestaltung. Nutzer werden aktiv in die Entwicklung eingebunden, um Barrieren, Anforderungen und Nutzungspotenziale frühzeitig zu identifizieren und die Lösungen praxisnah weiterzuentwickeln.
emPOWER kombiniert technische Entwicklung, Nutzer und wissenschaftliche Evaluation. Zunächst wird eine KI-gestützte Empfehlungslogik entwickelt und mithilfe historischer Verbrauchsdaten, Anlagendaten und Wetterprognosen getestet. Die entwickelte Logik wird so gestaltet, dass sie auf unterschiedliche Energiegemeinschaften übertragbar ist.
Parallel dazu werden der eTimer sowie die Webanwendung gemeinsam mit Nutzer und Expert weiterentwickelt. Fokusgruppen, Prototyping und Usability-Tests bilden die Grundlage für die Optimierung der Schnittstellen und die Vorbereitung des Praxiseinsatzes.
Die Wirksamkeit der entwickelten Lösungen wird anschließend in einem zwölfmonatigen randomisierten Feldexperiment untersucht. Dabei werden Haushalte mit eTimer, Haushalte mit Webanwendung sowie Haushalte ohne zusätzliche Schnittstelle verglichen. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse über Wirkung, Akzeptanz und geeignete Gestaltungsprinzipien für zukünftige Anwendungen zu gewinnen.
Das Projekt richtet sich an Haushalte, Energiegemeinschaften, Energieversorger sowie Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger. Ein besonderer Fokus liegt auf der inklusiven Gestaltung der Lösungen. Unterschiedliche Nutzer – darunter ältere Menschen, Studierende, Berufstätige, Jugendliche oder von Energiearmut betroffene Personen – sollen gleichermaßen angesprochen werden.
emPOWER leistet damit einen Beitrag zu einer sozial gerechten, ökologisch wirksamen und wirtschaftlich tragfähigen Energiewende. Durch die bessere Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energie können Stromkosten reduziert, Eigenverbrauchsquoten erhöht und Stromnetze langfristig entlastet werden.
Die Projektleitung übernimmt die Grazer Energieagentur. Weitere Projektpartner sind:
Das Konsortium verbindet Kompetenzen aus technischer Entwicklung, empirischer Forschung, Energiegemeinschafts-Praxis, Geschäftsmodellentwicklung und Verwertung.
Das Projekt wird aus Mitteln der FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH gefördert.
Katharina Halper
Projektleiterin
EnergieZukunft WEIZplus
A-8200 Gleisdorf, Feldgasse 19
Telefon: +43 664 60 93 11 74
E-Mail: k.halper@weizplus.at
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