APV4Region – Landwirtschaftliche Photovoltaik für resiliente Regionen
Agri-Photovoltaik (APV) verbindet landwirtschaftliche Nutzung mit erneuerbarer Stromerzeugung und gilt als Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Da Dachflächen für die Erreichung der PV-Ausbaupläne auf regionaler, nationaler und EU-Ebene nicht ausreichen, wird die Nutzung von Freiflächen unvermeidlich. APV reduziert den zusätzlichen Flächenverbrauch, steigert die gesellschaftliche Akzeptanz und eröffnet kleinstrukturierten, familiär geführten landwirtschaftlichen Betrieben – besonders in Regionen wie der Steiermark – neue Einnahmequellen. Gleichzeitig ist die Umsetzung einer APV-Anlage hoch komplex. Das Projekt APV4Region begleitet Landwirt:innen der Oststeiermark deshalb von der ersten Standortidee bis zur genehmigungsreifen, wirtschaftlich tragfähigen Anlage mit dem Ziel, Risiken zu minimieren und die Qualität der Umsetzung zu maximieren.
Herausforderungen und Lösungsansatz
Die Umsetzung einer APV-Anlage kombiniert landwirtschaftliche und energetische Nutzung unter Bedingungen, für die es bislang wenig Praxiserfahrung gibt.
Standortsuche, Netzintegration, Genehmigungsverfahren, Finanzierung und Förderabwicklung sowie ein tragfähiges agrarisches Konzept erhöhen die Komplexität zusätzlich. Viele Landwirt:innen (eigentlich die Hauptprofiteure von APV-Anlagen) sind mit diesem Gesamtprozess überfordert und müssen oft kostspielige Vorleistungen erbringen, ohne Garantie auf eine positive Förderentscheidung. Fehler bei Planung, Komponentenwahl oder agrarischer Umsetzung können Projekte schnell unwirtschaftlich machen. Werden Landwirt:innen zu reinen Verpächter:innen, bleibt die landwirtschaftliche Nutzung häufig auf der Strecke.
Erfahrungen aus bestehenden Anlagen, etwa der Versuchsanstalt Haidegg, zeigen jedoch klare Vorteile: nachweisbarer Frostschutz, längere Vegetationsperioden und neue Chancen für schattenliebende Obstarten, Steinobst und Sorten mit geringer Wuchshöhe. Genau hier setzt APV4Region an. Durch strukturierte, fachübergreifende Vorarbeit und den Aufbau regionaler Partnerschaften soll die Qualität von APV-Projekten von Anfang an gesichert und das unternehmerische Risiko für die beteiligten Landwirt:innen deutlich reduziert werden.
Ziele und Umsetzung
APV4Region gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Arbeitsschritte:
Grobplanung – Stakeholdervernetzung, Flächenidentifikation und Priorisierung
Interessierte Landwirt:innen der Region werden aktiv eingebunden, ihre Flächen und Betriebsstrukturen erhoben und gemeinsam mit Netzbetreibern und Gemeinden analysiert. Ziel sind mindestens 30 grob geplante APV-Anlagen, priorisiert nach Netzzutrittswahrscheinlichkeit und lokaler Akzeptanz.
Detailplanung – ganzheitliches Konzept mit Umsetzungsreife
Aus den vielversprechendsten Flächen entstehen mindestens fünf technische, agrarische, wirtschaftliche und rechtliche Detailkonzepte – inklusive Speicherintegration, Finanzierungsmodellen (Eigenkapital, Bürgerbeteiligung, Pacht) und Abstimmung mit Behörden. Eine Anlage wird als Pilot- und Demonstrationsprojekt bei der Umsetzung unterstützt und dient als Blaupause für die Region.
Kommunikation, Wissensaustausch & Verbreitung
Eine eigene Landing-Page, Factsheets, ein Leitfaden sowie Exkursionen zu bestehenden Agri-PV-Standorten machen die Projektergebnisse zugänglich. Den Abschluss bildet eine öffentliche Konferenz im Kulmland (Oststeirerhalle) mit Fachvorträgen, Best-Practice-Beispielen und Impulsen für Folgeprojekte.
Administrative Projektabwicklung und Prozessbegleitung
Ein professionelles Projektmanagement sichert die termingerechte, ressourcenschonende Umsetzung aller Arbeitspakete und schafft die Grundlage für eine spätere Skalierung des Modells auf weitere Regionen.
Partner:innen und Stakeholder
Die Projektleitung übernimmt die ARGE APV4Region, bestehend aus:
Eng eingebunden sind zudem die Landwirtschaftskammer Steiermark, die Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau Haidegg, die Fachschule Silberberg, der Obstbauverband Steiermark sowie die Netzbetreiber und Gemeinden der Region.
Fördergeber
Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme 77.03 – Ländliche Innovationssysteme (Europäische Innovationspartnerschaft), Fördergegenstand 2.2 – Ländliche Innovationspartnerschaft (LIP), gefördert. Fördergeber sind das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLK) und die Agrarmarkt Austria (AMA) im Rahmen des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027, kofinanziert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).
Projekteckdaten
Kontakt – Projektleitung
Rafael Bramreiter
Vorstand
EnergieZukunft WEIZplus eGen
A-8200 Gleisdorf, Feldgasse 19
Telefon: +43 664 44 54 850
E-Mail: r.bramreiter@weizplus.at
Alternative Ansprechperson: Günther Maier (Vorstand), Telefon +43 3172 603-1101, E-Mail g.maier@weizplus.at
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