SATCO2 – Entwicklung einer Methode zur CO2-Emissions-Überwachung
Die EU und Österreich streben Klimaneutralität bis 2050 bzw. 2040 an. Um diese Ziele zu erreichen, sind aktuelle und belastbare CO₂-Daten entscheidend. Auf kommunaler und regionaler Ebene fehlen diese jedoch häufig oder liegen zeitlich verzögert vor. Eine aktuelle Dissertation, geleitet durch das Reallabor EnergieZukunft WEIZplus und in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern, will diese Datenlücke schließen. Das Dissertationsprojekt – SATCO2 – zu satellitengestütztem CO2-Emissionsmonitoring untersucht, wie Satellitendaten mit bestehenden Top-Down- und Bottom-Up-Daten zu einem Multi-Source-CO₂-Monitoring kombiniert werden können. Der Ansatz verbindet Satellitendaten, Statistik, GIS- und Emissionsmodelle sowie Stakeholder-Befragungen aus Gemeinden, Regionen und dem Energie- und Klimabereich werden einbezogen. Untersucht werden Datenqualität, räumliche und zeitliche Auflösung sowie die Nutzung der Ergebnisse für Energie- und Klimastrategien. Die Region WEIZplus ist der industrielle Praxispartner und bringt als regionales KMU bestehende Datenstrukturen, den Zugang zu Gemeinden und regionalen Stakeholdern, sowie den Anwendungskontext ein. Die entwickelte Methode soll anschließend auf Gemeinden und Regionen in ganz Österreich übertragbar sein.
Im Projekt SATCO2 besteht die zentrale Herausforderung darin, dass auf kommunaler und regionaler Ebene häufig aktuelle, konsistente und räumlich differenzierte CO₂-Daten fehlen. Bestehende Top-Down (z.B. Energiemosaik)- und Bottom-Up (z.B. Energieatlas)-Ansätze unterscheiden sich hinsichtlich Datenquellen, räumlicher Auflösung und Aktualität, während nationale Emissionsdaten auf Gemeindeebene nicht verfügbar und zeitlich verzögert sind. Dadurch wird es für Gemeinden und Regionen schwieriger, Emissionsentwicklungen verlässlich zu verfolgen, Maßnahmen zu bewerten und Energie- und Klimastrategien evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
SATCO2 entwickelt einen Multi-Source-Ansatz, der Satellitendaten mit bestehenden Top-Down- und Bottom-Up-Daten kombiniert. Die Daten stammen aus kommunalen und regionalen Datenbeständen, Energie- und Emissionsmodellen sowie Satelliten- und Fernerkundungsdaten. Der Energieatlas liefert dabei insbesondere lokale Bottom-up-Daten. Ziel ist es, Datenlücken zu schließen sowie die räumliche und zeitliche Auflösung und die Aussagekraft der CO₂-Schätzungen zu verbessern. Die Methode wird in der Region WEIZplus entwickelt und getestet und hinsichtlich ihrer Eignung zur Unterstützung kommunaler und regionaler Energie- und Klimastrategien sowie ihrer Übertragbarkeit auf weitere Gemeinden und Regionen Österreichs bewertet.
Satellitendaten (OCO-2, OCO-3, TROPOMI, GOSAT), statistische Daten sowie GIS- und Emissionsmodelle werden in SATCO2 zu einem Multi-Source-Ansatz kombiniert. Das Projekt verknüpft bestehende Top-Down-Daten des Energiemosaiks und Bottom-Up-Daten des Energieatlas mit Satellitenbeobachtungen und bewertet sie hinsichtlich Datenqualität, räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie Unsicherheit.
Die Wirksamkeit wird anhand der Genauigkeit, Unsicherheit sowie räumlichen und zeitlichen Auflösung der CO₂-Schätzungen beurteilt. Es wird geprüft, ob der Multi-Source-Ansatz die Datenqualität und Aussagekraft des Monitorings verbessert, Emissionstrends und Maßnahmenwirkungen besser erfassbar macht und auf weitere Gemeinden und Regionen übertragbar ist.
Die Ergebnisse des Projekts richten sich an Gemeinden und Regionen, Politik und Verwaltung sowie Fachstellen für Energie, Klima und Raumplanung und schaffen eine verbesserte Datengrundlage für die Planung, Umsetzung und Bewertung von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen. Durch die Kombination von Top-Down-, Bottom-Up- und Satellitendaten sollen aktuellere, räumlich differenziertere und belastbarere CO₂-Informationen bereitgestellt werden. Dies ermöglicht ein besseres Monitoring von Emissionstrends und Maßnahmenwirkungen und unterstützt eine evidenzbasierte Weiterentwicklung regionaler Energie- und Klimastrategien. Die entwickelte Methode soll zudem auf weitere Gemeinden und Regionen Österreichs übertragbar sein.
Die Projektleitung übernimmt das Reallabor EnergieZukunft WEIZplus.
Weitere Projektpartner sind:
Das Konsortium verbindet Kompetenzen aus technischer Entwicklung, empirischer Forschung, Geschäftsmodellentwicklung und Verwertung.
Das Projekt wird aus Mitteln der FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH gefördert.
Projekteckdaten
Claudia Rauner
Projektleiterin
EnergieZukunft WEIZplus
A-8200 Gleisdorf, Feldgasse 19
E-Mail: c.rauner@weizplus.at
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